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Reiserücktrittsversicherung – Inanspruchnahmen mit Feinheiten

Gerade im Bereich der Reiserücktrittsversicherung kommt es immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Versicherern und Kunden. Die Lage kann in der Tat sehr kompliziert werden, wenn es darum geht zu entscheiden, ob ein Leistungsanspruch gegeben ist oder nicht. Das kleine Wort „unerwartet“ spielt dann hier oftmals eine sehr große Rolle.

Wann erfolgt grundsätzlich eine Leistung, wann nicht?

Im Rahmen der Reiserücktrittsversicherung ist für einen Leistungsanspruch grundsätzlich wichtig, dass der Grund für den Reiserücktritt unerwartet ist. Das heißt dann beispielsweise in der praktischen Anwendung, dass eine bestehende Schwangerschaft für den Versicherer kein Grund ist, eine Leistung zu verweigern, wenn frühzeitig auftretende Wehen die Reise unmöglich machen. Eine Gesellschaft, die hier ihre Leistungsverweigerung mit der schon bei Vertragsabschluss bestehenden Schwangerschaft argumentiert hatte, wurde vor Gericht abgeschmettert, da frühzeitige Wehen eben das unerwartete Ereignis waren, die Schwangerschaft selbst aber keine unerwartete Erkrankung.

Was ist dann im Umkehrschluss eine vorhersehbare Erkrankung ohne Leistungsanspruch?

Als unberechtigt sehen Gerichte eine Forderung gegenüber der Reiserücktrittsversicherung an, wenn eine Erkrankung bereits bei Vertragsabschluss bestanden hat, sich hieraus Gründe für eine Stornierung der Reise ergeben. Diese Stornierungsgründe gelten als erwartungsgemäß, damit nicht versichert. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn jemand chronisch erkrankt ist und auf eine Organtransplantation wartet. Kann die Reise nicht angetreten werden, weil kurz vor Abreise ein Spenderorgan für die Transplantation gefunden wurde, muss die Reiserücktrittsversicherung nicht leisten. Diese Transplantation ist ein zu erwartendes Ereignis bei chronisch Kranken, die sich auf Transplantationslisten befinden. Die Feinheit in der Unterscheidung liegt oft genau in dem unerwarteten Ereignis, das zu einem Leistungsanspruch gegenüber dem Versicherer berechtigt.