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Bordkarte ist nicht gleichbedeutend mit Reiseantritt

Wenn eine Fluglinie den Ausdruck einer Bordkarte über das Internet zur Verpflichtung macht, ist dies nicht gleichbedeutend mit dem Antritt einer Reise. Dies sagt ein aktuelles Gerichtsurteil, das einen Streit zwischen einer Reiserücktrittsversicherung und einem Mann, der seinen Urlaub drei Wochen vor Abflug stornierte, entscheiden musste.

Der Streitfall

Der Mann hatte den Flug und die Reiserücktrittsversicherung über das Netz gebucht. Drei Wochen vor dem geplanten Abreisetermin musste er den Urlaub absagen, weil seine Frau zu schwer erkrankt war, um diesen machen zu können. Die Versicherung weigerte sich, die Stornokosten zu bezahlen. Die Begründung: Der Mann habe die Reise durch das Ausdrucken der Bordkarte faktisch schon angetreten. Dagegen wehrte sich der Versicherungsnehmer erfolgreich vor Gericht, wie die Stiftung Warentest berichtet.

Bei Zwang kein Reiseantritt

Die Airline, mit welcher der Mann und seine Gattin fliegen wollten, machte es nämlich zur Bedingung, dass die Bordkarte schon Zuhause über das Internet ausgedruckt werden müsse. Der Mann habe deshalb nicht bewusst die Reise angetreten, sondern sei nur dem Zwang der Fluglinie gefolgt, entschied das Gericht. Die Versicherung müssen deshalb zahlen. Keine richterliche Aussage gab es dazu, ob eine Zahlungsverpflichtung auch bestanden hätte, wenn der Mann die Bordkarte freiwillig über das Netz ausgedruckt hätte. Eine derartige Präzisierung wäre allerdings wünschenswert gewesen, da das Szenario bei der Fälle auftreten dürfte.