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Bei einer Depression muss die Reiserücktrittsversicherung nicht zahlen

Ein Anbieter von einer Reiserücktrittsversicherung darf psychische Gründe für den Leistungsfall ausschließen. Dies entschied das Landgericht München in einem aktuellen Urteil (Az. 172 C 3451/13). Solche Klauseln seien weder „überraschend noch ungewöhnlich“. Auf Reisende können deshalb erhebliche Stornokosten zukommen.

Der Streitfall

Geklagt hat eine Ehepaar, das eine Reise nach Mexiko gebucht hatte. Einen Monat bevor die Eheleute die Reise antreten wollte, wurde beim Mann eine Depression von mittelschwerer Intensität diagnostiziert. Es war ihm daher unmöglich, die Reise anzutreten. Da es sich um einen Pauschalurlaub handelte, entstanden den Eheleuten Stornokosten in Höhe von 2161 Euro. Diese versuchten sie bei ihrer Reiserücktrittsversicherung geltend zu machen. Die verweigerte jedoch die Bezahlung und verwies auf die Versicherungsbedingungen, die „psychische Ursachen“ als den Leistungsfall auslösenden Reiserücktritt ausdrücklich ausschlossen.

Richter stärken Gestaltungsfreiheit der Versicherungsanbieter

Die Münchner Richter entschieden, dass diese Klausel statthaft sei. Die Anbieter von Versicherungen seien weitgehend frei in der Ausgestaltung ihrer Vertragsklauseln. Dem Ehepaar waren diese bekannt und dieses hätte deshalb auch zu einem anderen Versicherer wechseln können, bei dem sich keine entsprechende Klausel in den Versicherungsbedingungen befunden hätte. Zudem seien derartige Klauseln keineswegs unüblich. Auch in zahlreichen anderen Versicherungszweigen dienten psychische Gründe als anerkanntes Ausschlusskriterium für die Versicherungsleistung. Es fände deshalb keine Leistungseinschränkung statt, die den Versicherungsschutz „weitgehend aushöhlen“ würde, wie das Ehepaar argumentiert hatte.